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Im Jahr der (ersten) Jahrhundertflut erhielt ich einen Anruf einer guten Freundin, Sonja. Sie war völlig fertig und erzählte mir, dass sie eine Art grauen Schleier vor ihren Augen hätte und nicht mehr gut sehen könnte. Sie war schon bei verschiedenen Ärzten, darunter auch Spezialisten der Augenheilkunde. Irgendwie war keine klare medizinische Ursache zu finden.
Sonja kam regelmäßig zu mir für Massagen. Sie war meine Probandin, da ich für meine  Massageausbildung viele Sitzungen zum Üben und Lernen geben sollte. Ich stand kurz vor meinem Abschluß und war dankbar, dass Sonja trotz Familie immer wieder Zeit fand, zu mir zu kommen wegen der Massagen.
Selbstverständlich wollte ich ihr helfen und nur wusste ich in diesem Fall nicht, wie ich helfen könnte. Dennoch, eine innere Stimme sagte, dass ich es nicht schlimmer machen könnte und somit ihr wenigstens Linderung verschaffen könnte.

Ich gab Sonja einen Termin für den nächsten Tag. Schnell rief ich meinen Lehrer für Reinkarnationstherapie in Dresden an. Ich schilderte anonym den Fall und bat um Ratschläge, worauf ich achten sollte. Nach einem langen Gespräch war ich voller Vertrauen und auch Vorfreude auf den Termin mit Sonja.
Ich putzte und räumte den Raum x-mal. Ich war mehr als nervös und fand in der Nacht kaum Schlaf.

Sonja kam und sah total gestresst aus. Wir redeten erst, damit ich sicher sein konnte, dass sie weiß, ich bin kein Arzt, Heilpraktiker oder Wunderheiler. Da sie immer noch sehr angespannt war, bot ich ihr erst einige Minuten Massage an, um etwas anzukommen.

Mit der Massage konnte Sonja mehr und mehr loslassen. Ich weiß gar nicht so genau warum, aber ich fragte sie plötzlich, was sie denn nicht sehen möchte. Sie wurde sehr still und ruhig und fing dann an zu weinen. Es brach aus ihr heraus, emotional durch Zittern und viele dicke Tränen. Sie erzählte mir unglaubliche Geschichten aus ihrem Leben. Ich war für sie da, hielt sie körperlich und auch psychisch.
Als sie langsam wieder ins Hier & Jetzt zurückfand, hielt ich ihr ein Blatt Papier vor die Nase. Ich bat sie, mir alles langsam vorzulesen, was da gedruckt war. Sie kam der Bitte ohne Probleme nach.
Erst beim Tee nach der Sitzung realisierte sie, dass der Schleier völlig verschwunden war. Sonja fuhr total verändert nach Hause.

Wenige Wochen nach unserer Sitzung war Sonja nochmal beim Augenarzt wegen einem Gerstenkorn, was klassisch behandelt wurde. Seitdem hat sie keine Probleme mehr mit ihren Augen.

Mir hat diese Stunde mit Sonja noch viele Fragen aufgegeben. Ich war weder mit der Massageausbildung fertig, noch hatte ich die Ausbildung in Reinkarnationstherapie abgeschlossen. Wie konnte ich mit nur einer einzigen Frage „Was möchtest Du nicht sehen?“ bei Sonja solchen Durchbruch erreichen? Es war unfassbar für mich.
Ich rief wieder in Dresden an und konnte in mehreren Gesprächen all meine Fragen klären.

Jetzt, viele Jahre später, ist diese Stunde mit Sonja eine angenehme Erinnerung für mich. Diese „Sitzung“ gibt mir immer wieder Kraft, wenn ich an mir selbst zu zweifeln beginne. Sonja war bereit für die Veränderung. Ihr Leidensdruck war so groß, dass dem psysischen Durchbruch nichts mehr im Weg stehen konnte. Der Raum, die Zeit und alles drumherum waren ideal für diese Sitzung.

Chanda v. Keyserlingk
(Der Name Sonja ist nicht der wahre Name der Freundin.)

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